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| Dirigenten zu Bruckner und Bruckners Werk von Abbado bis Zender, was fällt den Maestros zum Thema Bruckner ein? |
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| "Bruckners Wesen" Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 127
| Celibidache, Sergiu "Als ich begonnen hatte, Bruckner zu studieren, sagte ich zu mir: `Hier ist einer, der sich auf ein Podest stellt und vor einem leeren Saal spricht.´ Fünfundzwandzwanzig Jahre lang habe ich ihn nicht verstanden. Aber in dem Maße, wie ich mich vom (äußeren) Ton befreite, habe ich entdeckt, wer er war." |
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| | #2 (permalink) |
| Calendar-Girl Registriert seit: 23.12.2006 Ort: Wien
Beiträge: 1.008
| Stenographische Umarmung I "Was Du an Bruckner schätzt, ist nicht seine "Musik", sondern was seine Klänge in dir hinterlassen, was absolut nicht faßbar, nicht zu definieren ist." "Am Ende einer Bruckner-Symphonie erleben wir ein Gefühl der Vollkommenheit - das Gefühl, durch alles gegangen zu sein." "Um beispielsweise Bruckners musikalischen Kosmos entstehen zu lassen, die Vielfalt der Stimmen und Klangphänomene zum Aufblühen zu bringen, sind breite Tempi die unabdingbare Voraussetzung." (aufgelesen: Stefan Piendl/Thomas Otto (Hg.), Stenographische Umarmung - Sergiu Celibidache beim Wort genommen, Regensburg 2002) |
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| | #3 (permalink) |
| Calendar-Girl Registriert seit: 23.12.2006 Ort: Wien
Beiträge: 1.008
| Stenographische Umarmung II "Das ist eine neue Dimension, die bei Bruckner absolute Bedingung ist: das flächige Denken, das unglaublich Auseinandergenommene. Es hat keinen Komponisten gegeben, der die Korrelationsfähigkeit des Menschen in Zeit und Raum so weit bis zur äußersten Grenze gebracht hat. Das ist die übermenschliche Dimension Bruckners." "Für einen normalen Menschen ist die Zeit das, was nach dem Anfang kommt. Bruckners Zeit ist das, was nach dem Ende kommt. All seine apotheotischen Finali, die Hoffnung auf eine andere Welt, die Hoffnung auf Rettung, noch einmal in Licht getauft zu werden, das gibt es nirgends sonst!" (aufgelesen: Piendl/Otto (Hg.), Stenographische Umarmung - Sergiu Celibidache beim Wort genommen, Regensburg 2002) |
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| | #5 (permalink) |
| Calendar-Girl Registriert seit: 23.12.2006 Ort: Wien
Beiträge: 1.008
| Stenographische Umarmung III "Als Ganzes wirklich gelungen sind seine Vierte, Fünfte und vor allem die Achte Symphonie. Auch die drei Sätze der Neunten sind wunderbar aufeinander bezogen, doch leider fehlt der letzte Satz. In der Sechsten und Siebenten Symphonie gibt es Probleme im Finale. Bruckner hat es am weitesten gebracht als Symphoniker. Keiner hat es wie er vermocht, auch bei maximaler Gegensätzlichkeit der Gedanken immer die Identität von Anfang und Ende zu erleben." "Die Bruckner-Tradition? Das nenne ich Kulturmord. Bruckner-Dirigenten? Sie treiben Kulturmord. Es gibt sogenannte Bruckner-Dirigenten, die noch nie eine Bruckner-Symphonie gespielt haben! Diese Kameltreiber haben von Bruckner absolut nichts verstanden. Ich frage mich manchmal, ob Bruckner je uraufgeführt wurde." (aufgelesen: Piendl/Otto (Hg.), Stenographische Umarmung - Sergiu Celibidache beim Wort genommen, Regensburg 2002) |
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| | #6 (permalink) | |
| Konzertbesucher Registriert seit: 05.07.2007 Ort: Berlin
Beiträge: 98
| Zitat:
In einem Gespräch, organisiert von den Berliner Philharmonikern, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt Anfang der 90er Jahre bezog Celi diese Äußerung auf seinen Kollegen Abbado. Der war damals frisch als Nachfolger von Karajan gekommen und Celi machte aus seinem Unmut keinen Hehl. Wärend der Ära Karajan kamen ja etliche Gastdirigenten nicht mehr zu den Philharmonikern, so auch Celibidache oder Wand.
__________________ Er hätte uns prüfen sollen! Herbeck am 22.11.1861 in der Piaristenkirche über Bruckner. | |
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| | #7 (permalink) |
| Super-Moderator Registriert seit: 22.12.2006 Ort: Im Emsland
Beiträge: 945
| "Für einen normalen Menschen ist die Zeit das, was nach dem Ende kommt. Bruckners Zeit ist das, was nach dem Ende kommt. All seine apotheotischen Finali, die Hoffnung auf Rettung, noch einmal in Licht getauft zu werden, das gibt es nirgends sonst." Gruß Wolfgang
__________________ "Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus) |
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